Fonds Landschaft Schweiz (FLS) Fonds Suisse pour le Paysage (FSP) Fondo Svizzero per il Paesaggio (FSP) Fond Svizzer per la Cuntrada (FSC)

 

Kulturerbe-Besonderheiten in der Landschaft erleben: Wässermatten

„Wässermatten und europäisches Kulturerbe“

10.00 – 13.00 Uhr bei der Flue Altbüron LU / 20-Minuten-Führungen und Informationsstände, (u.a. auch „Karpfen Pur Natur“ – Spezialitäten aus naturnahen Karpfenteichen)

Weitere Informationen zum Programm: http://www.biodiversitaetstag.ch/index.htm


Kulturerbe Wässermatten

Die traditionelle Bewirtschaftungsform der Wässermatten wurde früher in weiten Teilen des Mittellands gepflegt. Im Oberaargau geht sie auf das kultivierende Wirken des Klosters St. Urban zurück, das ab dem 13. Jahrhundert ein fein verzweigtes Netz von Bewässerungsgräben anlegte, das mit seinen Wasserläufen und Ufergehölzen noch heute das Landschaftsbild eindrücklich prägt. Deshalb sind die „Wässermatten in den Tälern der Langete, der Rot und der Önz“ seit 1983 im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) verzeichnet. Die ökologische Bedeutung des BLN-Gebiets 1312 als Lebensraum für eine vielfältige, oft gefährdete Tier- und Pflanzenwelt ist heute ebenso anerkannt wie ihr Wert für die menschliche Naherholung.

Dass das Kulturerbe der Wässermatten auch heute noch gepflegt wird, darf als Erfolg der Wässermatten-Stiftung gewertet werden. Sie wurde 1991/92 vom Kanton Bern geschaffen, um Bewirtschaftungsverträge mit den Wässerbauern abschliessen und diese für Mehraufwand und Minderertrag entschädigen zu können. Der Fonds Landschaft Schweiz FLS hat rasch einen Beitrag ans Stiftungskapital beigesteuert und in der Folge weitere Unterstützung für die Erhaltung der Wässermatten im bernischen Oberaargau und im angrenzenden Luzerner Teil des Rottals geleistet – bis heute insgesamt rund 1,35 Millionen Franken. Er hat so im Hintergrund mitgeholfen, dass auch heute noch mehr als 100 Hektaren Wässermatten traditionell bewirtschaftet werden. Mit finanziellen Zusicherungen hat der Kanton Bern 2017 die Handlungsfähigkeit der Wässermatten-Stiftung für die weitere Zukunft gesichert. Und zudem ist ein kantonales Planungsverfahren im Gang, das den Weiterbestand von Wässermatten auch rechtlich absichern wird.    

Ein kleineres Wässermatten-Projekt hat der FLS im Jahr 2004 im Eital BL im Tafeljura unterstützt. Aktuell fördert der FLS mit einem zugesicherten Beitrag von 200‘000 Franken die Revitalisierung der Wässerwiesen im Gebiet Hundig in Glattfelden ZH.