Fonds Landschaft Schweiz (FLS) Fonds Suisse pour le Paysage (FSP) Fondo Svizzero per il Paesaggio (FSP) Fond Svizzer per la Cuntrada (FSC)

 

Naturnahe Kulturlandschaften wiederherstellen

Wie Landschaftspflege auch dem Klimaschutz dient

Erhalten, pflegen, aufwerten: So wird meistens beschrieben, welche Arten von Projekten der Fonds Landschaft Schweiz FLS fördert. In seinen Rechtsgrundlagen ist aber auch ein Auftrag zum «Wiederherstellen» formuliert. Was damit bei seiner Gründung 1991 gemeint war und welche Praxis sich daraus entwickelt hat, wird im soeben erschienenen FLS-Bulletin Nr. 58 dargestellt. Beispiele von geförderten Projekten zeigen, dass die Wiederherstellung von naturnaher Kulturlandschaft nicht einfach rückwärtsgewandt ist. Sie nutzt auch modernsteTechnik und trägt zur Zukunftssicherung bei.

«Die Wiederherstellung der verschiedenen Elemente, die für eine bestimmte Kulturlandschaft prägend sind und eine traditionelle Bewirtschaftung erlauben, kann man als Heilungsprozess verstehen.» Das schreibt FLS-Kommissionsmitglied Caroline Beglinger (Täuffelen BE) im Editorial des neuesten FLS-Bulletins. «Es geht darum, diese Landschaften wieder in ihren früheren Zustand zu bringen und sie gesund zumachen, geeignet als Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna.»

Bei der Gründung des FLS durch das eidgenössische Parlament wurde an Projekte zur Wiederherstellung von Obstgärten und Schindeldächern gedacht. Trockenmauern und Kastanienselven kamen später als klassische Wiederherstellungsprojekte hinzu. Ein Blick in die FLS-Projekt-Datenbank, in der mittlerweile mehr als 2800 Förderbeiträge verzeichnet sind, zeigt ein weites Spektrum: von der Wiederherstellung des barocken Gartens des Stockalperschlosses in Brig VS bis zur Entfernung von Stromleitungen aus den Moorlandschaften des Vallée de Joux VD und der Alp Flix GR.

Mit Solarpanels, Herzblut und Heimatliebe

Tendenziell sind Projekte mit Schwergewicht auf Wiederherstellung eher im Mittelland nötig. Aktuelles Beispiel sind die Massnahmen zur Riedförderung in der Grenchner Witi SO, wo mit Solarpanels betriebene Wasserpumpen zum Einsatz kommen. Doch es gibt auch Wiederherstellungsbedarf in Kulturlandschaften, die im Alpenbogen und im Jura noch recht naturnah geblieben sind. Das vielfältige Landschaftsprojet des Patriziato AvegnoTI im unteren Maggiatal zeigt, wie der FLS das Engagement lokaler Trägerschaften unterstützen kann, wo sich Menschen mit viel Herzblut und Heimatliebe für Natur und Landschaft einsetzen.

Moorschutz ist auch Klimaschutz

Die vom FLS geförderte Regeneration des Hochmoors von La Chauxim Berner Jura schlägt einerseits den Bogen weit zurück – in die Jungsteinzeit, in der die Menschen sesshaft wurden und aus Naturlandschaften erste Kulturlandschaften zu schaffen begannen. Das Projekt steht aber andrerseits auch in engem Zusammenhang mit dem Problem des Klimawandels, der auch die Zukunft der Landschaft prägen wird. Hoch-und Flachmoore sind CO2-Speicher. Trocknen Moore aus, zersetzt sich der Torf, was klimaschädigendes CO2 freisetzt. Projekte wie jenes des Kantons Bern im Hochmoor von La Chaux, die da Gegensteuer geben wollen, sind deshalb auch Beiträge zum Klimaschutz.


Medienmitteilung als PDF

Bulletin Nr. 58, Dezember 2020

Naturnahe Kulturlandschaften wiederherstellen