Fonds Landschaft Schweiz (FLS) Fonds Suisse pour le Paysage (FSP) Fondo Svizzero per il Paesaggio (FSP) Fond Svizzer per la Cuntrada (FSC)

 

Der FLS – ein Unikat mit vielen Besonderheiten

Einhellig hat der Ständerat in der Wintersession der Weiterführung des Fonds Landschaft Schweiz FLS zugestimmt. Entscheidet 2019 auch der Nationalrat gleich, kann der FLS sein Engagement für naturnahe Kulturlandschaften bis 2031 weiterführen. Die neueste Ausgabe seiner Zeitschrift, das FLS-Bulletin Nr. 53, zeigt die Besonderheiten des «einzigartigen Förderinstruments» auf. Die FLS-Präsidentin betont im Editorial die vermittelnde Rolle: «Der FLS vermittelt auf vierfache Art.» Drei Beispiele von geförderten Projekten in der Romandie, im Tessin und im Wallis illustrieren die besondere Wirkungsweise.

Von einem «einzigartigen Förderinstrument» sprach der Berner Ständerat Werner Luginbühl, als er im Ständerat als Sprecher der vorberatenden Kommission für die Weiterführung des FLS (über die aktuelle Befristung bis Mitte 2021 hinaus) warb. «Im Unterschied zu anderen Instrumenten, die flächendeckend und Top-down wirken, fördert der Fonds Landschaft Schweiz gezielt auf Gesuch hin ausschliesslich freiwillige Bemühungen von unten. Er unterstützt unbürokratisch Bürgerinnen und Bürger, Organisationen und Gemeinwesen, die einen Mehrwert in der Landschaft schaffen wollen.»

Als Bottom-up-Instrument überaus effizient

Die Einzigartigkeit des FLS und seine Besonderheiten werden im neuesten FLS-Bulletin in einem Grundsatzartikel vorgestellt und am Beispiel dreier Projekte erläutert. Hervorgehoben wird insbesondere seine spezielle Wirkungsweise als «Bottom-up-Instrument» und seine vierfache Rolle als Vermittler: Der FLS vermittelt Lösungen, Geld, Knowhow und Information zugunsten naturnaher Kulturlandschaften. Im Unterschied zu privaten Stiftungen und Schutzorganisationen kann er sich jedoch nicht nach Belieben engagieren – er darf weder politisch noch juristisch aktiv werden und muss seine Fördertätigkeit auf sein gesetzlich eingeschränktes Tätigkeitsgebiet konzentrieren.

Mehr als 4000 Gesuche um finanzielle Unterstützung sind seit seiner Gründung zur 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft beim FLS eingereicht worden – nur gut 2600 Beiträge konnten bewilligt werden; die entsprechenden Projekte wurden mit insgesamt 149,2 Mio CHF unterstützt. Von der Möglichkeit, ablehnende Entscheide beim Bundesverwaltungsgericht anzufechten, wurde noch nie mit Erfolg Gebrauch gemacht. Die 2018 durchgeführte Erfolgskontrolle bei früher unterstützten Trägerschaften hat die vorberatende Kommission des Ständerats zum Fazit gebracht, dass der FLS «sehr gute Arbeit ohne übermässigen bürokratischen Aufwand leistet» und im Vergleich zu spendenfinanzierten Organisationen «als effizienter zu beurteilen» sei.

Drei Beispiele für die besondere Wirkungsweise

In Wort und Bild werden in der neusten Ausgabe des kostenlos abonnierbaren FLS-Bulletins am Beispiel dreier Projekte besondere Wirkungsweisen des FLS aufgezeigt:

  • Im Tessiner Bergtal Valle Sascòla leistet der FLS nicht nur selber finanzielle Beiträge an ein Aufwertungsprojekt, das der Landwirtschaft und der Landschaft zugutekommt. Er hat auch «Begeisterung vermittelt» und beigetragen, dass das Projekt auch von privaten Stiftungen (namentlich durch die Ernst Göhner Stiftung und die Sophie und Karl Binding Stiftung) gefördert wurde und ausgeweitet werden konnte.
  • In der Westschweiz hat der FLS einem Projekt zur Erhaltung und Wiederbelebung der Kastanienkultur die Treue gehalten, obwohl es wegen Schädlingen und Krankheiten lange nicht vom Fleck kam. Dank dieser Beharrlichkeit konnten die Schwierigkeiten überwunden und zum Beispiel in St-Gingolph am Genfersee endlich wieder einmal junge Kastanienbäume gepflanzt werden.
  • In der Gemeinde Naters VS hat der FLS dazu beigetragen, dass der Wert der alten Bergstrasse nach Blatten als historischer Weg von nationaler Bedeutung erkannt wurde und entsprechende Bundesbeiträge für die Erhaltung ausgelöst werden konnten. Zuvor hat der FLS schon etliche andere Projekte in der Kulturlandschaft Natischerberg unterstützt. Deshalb anerkennt auch Gemeindepräsident und SVP-Nationalrat Franz Ruppen die Einzigartigkeit des FLS: «Der FLS ist ein einmaliges Fördermittel, das unsere lokale Initiative zur Pflege der Landschaft mitermöglicht und unser Engagement unterstützt.»
Vermittelndes Engagement für Kulturlandschaften