Fonds Landschaft Schweiz (FLS) Fonds Suisse pour le Paysage (FSP) Fondo Svizzero per il Paesaggio (FSP) Fond Svizzer per la Cuntrada (FSC)

 

Vielfältiges Engagement in und für Waldlandschaften

Naturnahe Kulturlandschaften schützen, pflegen und wiederherstellen – auf den ersten Blick scheint dieser gesetzliche Auftrag des Fonds Landschaft Schweiz nichts mit Wald zu tun zu haben. Mehr noch: Um offene Kulturlandschaften zu erhalten, fördert der FLS öfters Projekte, die den vordringenden Wald zurückdrängen. Doch neben dem Kampf gegen Wald unterstützt der FLS auch reiches Engagement für den Wald. Dies bringt landschaftlichen, ökologischen und kulturellen Mehrwert.

«Der Fonds Landschaft Schweiz FLS ist hauptsächlich in der offenen Kulturlandschaft tätig.» So steht es im Grundlagenpapier, das im Vorfeld des 25-Jahr-Jubiläums des FLS für eine Strategiesitzung der FLS-Kommission erarbeitet worden war. Der Grundsatz aus langjähriger Praxis gilt auch heute noch: «Hauptsächlich», aber nicht ausschliesslich fördert der FLS landesweit Projekte, die naturnahe Kulturlandschaften und ihre typischen Elemente in der offenen Kulturlandschaft des Land- und Alpwirtschaftsgebiets erhalten und aufwerten. Das heisst aber nicht, dass der Wald, das Gegenstück zur offenen Kulturlandschaft, für den FLS kein Thema ist.

Unterstützung im Kampf gegen Wald

Im Gegenteil: Zum einen fördert der FLS seit seiner Gründung im Jahr 1991 immer wieder Projekte, die das Vordringen des Waldes auf nicht mehr bewirtschaftete Agrarflächen bremsen oder gar rückgängig machen sollen. Eine detaillierte Auswertung der Projekte, die der FLS im Jahr 2017 unterstützen konnte, hat ergeben, dass solche Entbuschungsprojekte unter 25 geförderten Projektarten an 7. Stelle kamen. Bemühungen gegen den Waldeinwuchs wurden somit vom FLS ähnlich häufig unterstützt wie beispielsweise die Erneuerung von landschaftsprägenden Schindel- und Steinplattendächern auf land- und alpwirtschaftlich genutzten Gebäuden. Am häufigsten hat der FLS finanzielle Beiträge an solche Entbuschungsprojekte im Tessin geleistet. Dort hat sich die Waldfläche in den letzten Jahrzehnten am augenfälligsten ausgedehnt (statistisch nachgewiesen um 8,8 Prozent in einem einzigen Vierteljahrhundert). Auch in andern Alpenkantonen ist die Waldfläche in vergleichbarem Ausmass gewachsen, namentlich in Graubünden, im Kanton Uri und besonders im Wallis. Dort hat die kantonale Dienststelle für Wald und Landschaft zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) einen «Leitfaden zum Vorgehen für Gemeinden mit Waldeinwuchs» erarbeitet. Er empfiehlt ein systematisches Vorgehen und zeigt konkrete Schritte auf, wo und wie das Vordringen des Waldes auf gezielt ausgewählte Flächen bekämpft werden kann.


Zwei Beispiele für unterstützte Waldlandschafts-Projekte

In der neusten Ausgabe des kostenlos abonnierbaren FLS-Bulletins werden zwei aussergewöhnliche Waldlandschafts-Projekte präsentiert:

  • Die Lärchenweidwälder im Val Piumogna TI sind ein wunderbares Erholungsgebiet und dienen zudem der Land- und Forstwirtschaft. Auf der Alpe Cristallina im benachbarten Val Bedretto steht der alpwirtschaftliche Nutzen der Flächen im Zentrum.
  • Mit seinem Landschaftsprojekt Oberes Tösstal schafft der Verein Schmetterlingsförderung im Kanton Zürich neue Lebensräume für selten gewordene Tagfalterarten. Dazu werden Lichtungen und Schneisen in den dicht und dunkel gewordenen Wald geschlagen und Waldwiesen wiederhergestellt. Ein Rundgang in einem kleinen Teil des Projektgebiets zeigt, dass dies nicht nur Schmetterlingen zugutekommt.


Bulletin Nr. 56